Bedeutung während der Schwangerschaft:

Er hat etwa in der 18. Schwangerschaftswoche seine Entstehung, und zwar dann, wenn eine Frau die Kindsbewegungen das Erste mal spüren kann. Er sollte bis zur 40. Schwangerschaftswoche an Intensität deutlich zunehmen. Das Drehen des Kopfes zur rechten Seite führt zu einem reflexartigen Strecken des rechten Armes und Beines. Die linke Körperseite befindet sich dann im Beugemuster. Er unterstütz den Aufbau des Muskeltonus, bahnt Bewegungen an und bietet jegliche Art der Gleichgewichtstimulation.

Bedeutung während der Geburt:

Er spielt während der Geburt eine sehr aktive Rolle und sollte auch dann seinen vollen Höhepunkt erreicht haben. Ungefähr im Zweiten Stadium der Geburt hilft er dem Baby sich im Rhythmus der Wehen durch den Geburtskanal zu drehen. Die aktive Teilnahme eines Kindes unter der Geburt hängt von einem guten Asymmetrisch Tonischen Nackenreflex = ATNR ab. Durch die Geburt wird er nochmals verstärkt, um dann nachgeburtlich gut gehemmt zu werden.

Bedeutung bis zum 6. Lebensmonat nach der Geburt, dann sollte er gehemmt werden:

In Bauchlage dreht das Baby reflexartig den Kopf zu Seite um frei durch die Nase atmen zu können. Er verstärkt die Streckung immer auf der Seite, zu der der Kopf gedreht wird. Nur so kann ein Baby in der ersten Zeit in Rückenlage bei Kopfdrehung sein Gleichgewicht halten.

Auswirkungen von Restreaktionen des ATNR - Asymmetrisch-Tonischen-Nackenreflexes

  1. Beeinträchtigung des Gleichgewichtes zur linken und rechten Seite durch die Bewegung des Kopfes dahin, bis zum drohenden Gleichgewichtsverlust.
  2. Normale Kreuzmusterbewegungen beim Gehen, Marschieren oder Seilspringen fallen schwer. Es fallen einseitige (homolaterale) Bewegungen auf.
  3. Das Kreuzen der Körpermitte ist erschwert und er wird später das flüssige Lesen lernen beeinträchtigen.
  4. Das Verfolgen eines bewegenden Gegenstandes, vor allem über die Körpermittellinie fällt schwer.
  5. Ständig wechsende Lateralität (das Kind benutzt den linken Fuß, die rechte Hand und das rechte Ohr, oder es gebraucht abwechselnd die linke und rechte Hand für dieselbe Aufgabe.)
  6. Schlechte Handschrift und mangelnde Fähigkeit, Gedanken schriftlich auf dem Papier auszudrücken. Der Stiftdruck ist erhöht, das Kind arbeitet kompensatorisch mit viel zu viel Kraft.
  7. Schwierigkeiten der visuellen Wahrnehmung, vor allem bei der Darstellung symmetrischer Figuren.
  8. Das Krabbeln wird häufig ausgelassen, das Schwimmen und Rad fahren erlernen wird erschwert.