Bedeutung während der Schwangerschaft:

Er entsteht in der 24.-28. Schwangerschaftswoche und nimmt bis zur 40. Schwangerschaftswoche deutlich an Stärke zu. Eine Reizsetzung im Bereich der Wangen oder am Mundwinkel führt zu einer Kopfdrehung in die Richtung, aus der der Reiz kommt. Der Mund wird weit geöffnet und die Zunge als Vorbereitung zum Saugen immer wieder herausgestreckt. Das Baby lutscht immer wieder am Daumen und an seinen Fingern. Vor der 36. Schwangerschaftswoche fehlen einem Baby diese Saugbewegungen und deshalb spricht man dann auch von einer Frühgeburt.

Bedeutung während der Geburt:

Der Reflex zeigt sich unmittelbar nach der Geburt am Stärksten. Das Baby wendet sich sofort der Nahrungsquelle Brust zu und findet diese auch ohne Hilfe. Der Reflex schwächt ab, sobald ein Baby nach der Geburt nicht gleich angelegt wird.

Bedeutung 3.-4. Lebensmonat nach der Geburt, dann sollte er gehemmt werden:

Die Stärke des Reflexes ist abhängig davon, wann das Baby die letzte Mahlzeit erhalten hat. Vorübergehend kann er verschwinden, wenn das Baby satt ist, um nach einer gewissen Zeit wiederzukehren.

Auswirkungen von Restreaktionen des Such- und Saugreflexes:

  1. Erhöhte Überempfindlichkeit um den Mund und die Lippen herum.
  2. Probleme bei der Aufnahme fester Nahrung, da sich die Zunge zu weit vorne im Mund befindet. Das Kind schiebt die Nahrung immer wieder aus dem Mund heraus. Das Kind "schmatzt".
  3. Spätere Sprach - und Artikulationsprobleme z.B. lispeln, Kußmund/Pustespiele/Pfeifen erschwert.
  4. Ständiges kauen und lecken an Materialien und Gegenständen mit erhöhtem Speichlfluss und Sabbern. Kind benötigt lange den Schnuller oder ein Schmusetuch als Ersatz.
  5. Häufige Mittelohrentzündungen oder Paukenergüsse aufgrund schlechter Belüftung.
  6. Mangelnde manuelle Geschicklichkeit z.B. assoziierte Mund- und Zungenmitbewegungen. Unreife Saug- und Schluckbewegungen haben einen automatischen Einfluss auf die Hände (Babkin-Reaktion).