Schon im Mutterleib sind Leben und Bewegung untrennbar miteinander verbunden. Jede Bewegung eines Kindes im Bauch der Mutter sind reflexartige Massenbewegungen. Diese dienen schon vorgeburtlich der Hirnreifung, trainieren den Muskeltonus, also eine gute Verteilung der Beuge und Streckmuskulatur, und haben eine große Wirkung auf unser Gleichgewicht.

 

Mit der vollendeten 40. Schwangerschaftswoche sollte diese frühkindlichen Reflexe ihren Höhepunkt erreicht haben und die Geburt eines Babys von alleine einleiten. Mit Hilfe von frühkindlichen Reflexen kann ein Baby sich selber und ohne Mithilfe von Außen auf die Welt bringen. Mit der Geburt nehmen die Reflexe dann nochmal an Stärke zu. Jedes Kind wird mit einem Set frühkindlicher Reflexe, die sog. Überlebensreflexe, geboren und diese sichern ihm das Überleben in der ersten Zeit nach der Geburt.

Mit Zunahme der Gehirnreifung sollten diese Massenbewegungen allmählich abgelöst werden und sich die  Willkürmotorik entwickeln. D.h. erst dann ist ein Kind in der Lage seinen Kopf in alle Richtungen (rechts/links/oben/unten) zu bewegen, ohne das dies Einfluss auf den Rest des Körpers hat. Gelingt dies einem Kind, so werden die frühkindlichen Reflexe in die sog. Halte und Stellreaktionen  umgewandelt. Diese beinhalten gute und stabile Gleichgewichtsanpassung, einen angemessenen Haltungshintergrund und eine stabile Kopfkontrolle.

 

Kennen Sie das Sprichwort  "Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht!"

So fühlt man sich, wenn man diese Halte und Stellreaktionen nicht entwicklen konnte. Man verliertdie Orientierung über den eigenen Körper, die Zeit und den Raum.

 

Mit guter Entwicklung der Halte und Stellreaktionen kann ich Blickkontakt halten und die Bewegungen laufen geplant, automatisiert, gut gesteuert und kontrolliert ab,  z.B.  Hampelmannsprung oder der Hopserlauf.

Läuft dies nun aus verschiedenen Gründen vorgeburtlich, geburtlich oder nachgeburtlich nicht ganz planmäßig ab, so können Restreaktionen von frühkindlichen Reflexen in unserem Körper noch "aktiv bleiben" und unsere weitere Entwicklung in Bezug auf Bewegung, Verhalten und Lernen ungünstig beeinflussen und stören.