" In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und ausgewogen

ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an 

Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges

Verhalten ein ganz natürlicher Prozess. " (Zitat: Jean Ayres)

 

 

Was ist der Inhalt dieses Zitates?

Es handelt sich um Kinder und Jugendliche, welche zur Freude ihrer Eltern und ohne großes Zutun zu geschickten, wissbegierigen und gut umgänglichen Personen heranwachsen.

Nun gibt es aber auch Kinder, welche ihre Eltern immer wieder an ihre Belastungsgrenze bringen können. Das Leben mit ihnen wird häufig als eher schwieriger und anstrengender beschrieben.

 

Erste Probleme zeigen die Kinder häufig schon im Baby- und Kleinkindalter z.B. durch eine verzögerte motorische oder sprachliche Entwicklung, das Auslassen wichtiger motorischer Meilensteine (z.B. Kriechen/Krabbeln), häufiges Schreien (KISS?), "schlechter Esser" oder starkes Klammern an der Bezugsperson. 

Mit Eintritt in die Schule verstärken sich die Probleme dann häufig noch einmal. Das Schulkind kann Probleme in der Konzentration und Aufmerksamkeitsspanne zeigen, das Erlernen von Lesen/Schreiben und Rechnen bereitet ihm Mühe oder das Erlernen sportlicher Aktiviäten (z.B. Rad fahren, Schwimmen, Rolle vorwärts etc...) fallen schwer. Nachfolgend können dann vermehrt Simmungsschwankungen oder gar Wutanfälle auftreten.

Die Hausaufgaben können  zum "täglichen Kampf" werden oder das Kind geht nur noch ungern zur Schule und zeigt dies in einer Verweigerung oder Unlust.

 

Welche Kinder würden nun konkret von dem Behandlungsansatz profitieren?

Kinder mit einer neuromotorischen Entwicklungsverzögerung können oft einzelne oder mehrere der folgenden Symptome in den unterschiedlichen Lebensbereichen zeigen. Hier nun ein paar Hinweise aus der Kindheitsgeschichte.

Wichtig: Nur selten stellt ein einzelner Faktor allein ein Hinweis auf eine neuromotorische Entwicklungsverzögerung dar!

Schwangerschaft:

  • Heftiges Schwangerschaftserbrechen
  • Schwere Virusinfektion während der ersten 22 Schwangerschaftswochen bzw. zwischen der 26.-30. Schwangerschaftswoche
  • Exzessiver Alkoholgenuss und / oder Drogenmissbrauch
  • Drohende Fehlgeburt
  • Hoher Blutdruck
  • Starker Stress / Traumen
  • Rauchen
  • nicht behandelter Diabetes
  • Unfälle oder Infektionen

Geburt:

  • verlängerte Wehen oder Sturzgeburt
  • Zangen- oder Saugglockengeburt
  • Steißgeburt
  • Kaiserschnitt
  • Nabelschnur um den Hals
  • schlechte CTG-Werte beim Fötus
  • Früh geboren (mehr als zwei Wochen vor dem errechneten Termin) oder übertragen (mehr als zwei Wochen nach dem errechneten Termin)

Neugeborenenzeit:

  • Geringes Geburtsgewicht (unter 2500g)
  • Brutkasten
  • verformter Schädel
  • schwere Neugeborenengelbsucht
  • Blutergüsse, blaue Flecke
  • Probleme beim Stillen und Füttern während der ersten sechs Monate

Kleinkindzeit:

  • Das Kind entwickelt nur schwer einen festen Schlafrhythmus
  • Das Kind hat schnelle Stimmungsumschwünge
  • Das Kind ist oft unruhig und fordernd, hat häufige Wutanfälle und verharrt scheinbar im Trotzalter
  • Das Kind "klammert" an der Bezugsperson und zeigt ein überängstliches Verhalten.
  • Das Kind ist ungeschickt und tolpatschig
  • Das Kind ist allergieanfälliger und häufiger krank z.B. Mittelohrentzündung
  • Spätes Laufenlernen (älter als 18 Monate)
  • Spätes Sprechenlernen (älter als 18 Monate)

Im Schulalter:

  • Das Kind ist visuell, auditiv leicht und schnell abgelenkt und wirkt unkonzentriert.
  • Das Kind vergisst schnell wieder bereits Geübtes und Gelerntes.
  • Das Kind zappelt auf dem Stuhl umher und kann nur schwer seine Sitzposition halten.
  • Das Kind bewältigt Aufgaben nur sehr langsam.
  • Das Kind hat Schwierigkeiten, Fakten und Ereignisse in eine logische Abfolge oder Reihenfolge zu bringen.
  • Das Kind verdreht Buchstaben beim Lesen und Schreiben, es treten vermehrt Abschreibfehler von der Tafel ins Heft oder vom Heft ins Heft auf.
  • Das Kind zeigt eine verkrampfte Stifthaltung und übt beim Schreiben viel Druck aus. Es kann nur schwer Kästchen oder unlinierte Zeilen einhalten.
  • Das Kind hat Schwierigkeiten beim Rechnen.
  • Das Kind hat ein undeutliche Aussprache und das Vorlesen ist meist mühevoll, ausdruckslos und monoton. Es liest  nur ungern ein Buch, Zeitschriften etc.
  • Das Kind zeigt Haltungsfehler z.B. einen Rundrücken oder eine Skoliose.

 

" Bevor Kinder in der Schule das ABC lernen, sollten Sie das physische

A (Aufmerksamkeit)  B (Balance)  C (Coordination) beherrschen."

                                                                  Sally Goddard Blythe

 

Viele der oben genannten Symptome kann man bei Kindern mit ADS/ADHS finden.